📖 Louisa ist die letzte, verbleibende Millenial: exakt zur Jahrtausendwende geboren und mit heilendem Blut „gesegnet“. Das macht sie zum Spielball der Regierung und zum wertvollstem Gut der Bundesregierung. Für Louisa bedeutet es ein Leben unter strenger Beobachtung mit täglichem Ortswechsel und unter Inkaufnahme medizinischer Maßnahmen. Erst als ihr Bodyguard bei einem Einsatz ermordet wird und sein Sohn Yannik diese Aufgabe übernimmt, bekommt sie eine Idee davon, wie das Leben aussehen kann. Doch Yannik steht zwischen den Stühlen: Pflicht oder Gefühle?

𝗠𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗠𝗲𝗶𝗻𝘂𝗻𝗴:
💬 Das Buch hat mir eine intensive Zeit mit einer außergewöhnlichen Geschichte beschert. Allein, dass die Story im deutschsprachigen Raum stattfindet, die Bundesregierung immer wieder in Erscheinung tritt und die Grundidee genauso erschreckend wie faszinierend ist, macht das Lesen zu einem richtigen Highlight. Ich war sofort gefangen in der Geschichte und wollte das Buch nicht mehr weglegen. Zwischendurch haben mich meine Gefühle aber zu einer kleinen Pause gezwungen, denn man kann nicht anders als mitleiden. Auch Wut habe ich ganz viel gefühlt und ich hätte oft sooo gerne einzelne Personen angeschrien. Ihr merkt: Emotional hoch 10. Trigger sollten unbedingt gecheckt werden, denn das, was passiert, ist in vielerlei Hinsicht belastend. Im letzten Drittel hat mich die Wendung aus den Socken gehauen und ich konnte es zu diesem Zeitpunkt überhaupt nicht mehr weglegen. 

💜 Louisa und Yannik kennen sich seit sein Vater die Rolle des Bodyguard übernommen hat, hatten aber viele Jahre keinen Kontakt. Nachdem sie sich anfangs mit Wut und Hass begegnen, nimmt ihre Beziehung schrittweise eine neue Wendung. Dabei können wir als Lesende jederzeit nachvollziehen, warum sich etwas verändert und wie sich die beiden Protagonisten damit fühlen. Die Beziehung der beiden lebt von ihrer absoluten Authentizität.

Gleichzeitig erleben wir hier einen Slow Burn des Todes… im positiven Sinne. Die Tension zwischen Louisa und Yannik ist wahnsinnig gut dargestellt.

✍️ Melanie Ober schafft mit ihrem Schreibstil den Leser vollkommen in ihren Bann zu ziehen, dort zu halten und das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. Durch die bildhafte Erzählweise hatte ich ein genaues Bild von sämtlichen Situationen, Orten und den Personen, die in Erscheinung treten. Die Autorin schafft es hervorragend, die wirklich schweren Themen greifbar zu machen und beim Lesen echte Gefühle hervorzubringen.  

𝗙𝗮𝘇𝗶𝘁:
„The Millenials“ ist ein Buch, das aus der Masse positiv heraussticht: Eine einnehmende Story, die zum Mitleiden geradezu verdonnert, trifft hier auf eine von der Vergangenheit geprägte, unglaubliche Tension. 

Hinweis: Das Moodboard wurde mit KI erstellt.


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